BeispielbildKindertagesstätte
Träger: Stadt Lüdenscheid - Jugendamt
Der Tagesablauf Die Kinder können entsprechend ihrer gebuchten Betreuungszeit in der Zeit von 07:00/ 07:30 Uhr bis spätestens 09:00 Uhr in die Kita gebracht werden. Danach wird die Eingangstür geschlossen. 07:00 - 07:30 Uhr Alle Kinder werden in dieser Zeit vom Frühdienst gemeinsam betreut. 07:30 Uhr Die Erzieherinnen gehen mit den Kindern in die einzelnen Gruppen. 08:15 - 09:45 Uhr Frühstückszeit 08:15 - 11:35 Uhr Freispiel, angeleitete Angebote, Zähneputzen, Windeln wechseln, gemeinsames Aufräumen, Spiel- und Singkreis, Spielplatzaktionen, 11:35 - 11:50 Uhr Händewaschen und den Tisch decken 11:50 - 12:20 Uhr Mittagessen, in der Essenszeit soll kein Kind abgeholt werden. Die Eltern können ihre Kinder in der Zeit von 12:15 Uhr- 12:30 Uhr abholen. 12:30 – 13:45 Uhr Mittagsruhe: In dieser Zeit wollen die Kinder weder beim Schlafen noch beim Spielen gestört werden. 13:45 - 16:00 Uhr Freispiel, angeleitete Angebote, Obstpause, Spielplatz- und Turnhallenaktionen, teilweise gruppenübergreifend. Verpflegung Mittagessen Die Kinder essen gemeinsam in ihrer Gruppe. Die Mahlzeiten werden von einen Küchenkraft frisch zubereitet, so dass wir eine ausgewogene Ernährung sicherstellen können. In unserer Küche wird kein Schweinefleisch verarbeitet. Die Kinder ohne Mittagsverpflegung essen ihren mitgebrachten Imbiss. Obstpause Nachmittags bekommen die Kinder verschiedene Obstsorten als Zwischenmahlzeit angeboten. Räumliche Ausstattung und Außengelände Die Gruppenformen III verfügen über je einen Gruppenraum und einen Nebenraum. Ein großes Spielhaus im Gruppenraum lädt ein die Perspektive zu wechseln und bietet vielfältige Spielmöglichkeiten. Die Gruppenformen II verfügen über je einen Gruppenraum, einen Schlafraum und einen gemeinsam genutzten Nebenraum, welcher für die teiloffene Arbeit sowie für pädagogische Angebote in Kleingruppen genutzt wird. In der Kita gibt es eine Turnhalle, welche mit vielen unterschiedlichen Gerätschaften und einem großen Bällebad ausgestattet ist. Für Projektarbeiten steht der Kita ein weiterer Raum zur Verfügung, der eine ruhige Arbeitsatmosphäre ermöglicht. Das Außengelände der Kita bietet vielfältige Spiel- und Aktionsmöglichkeiten. Auf dem oberen Spielplatz befindet sich ein großer Sandbereich, ein Spielhaus und ein Klettergerät mit Rutsche für die Kinder unter 3 Jahren. Im unteren Bereich befindet sich eine Vogelnestschaukel für mehrere Kinder, ein großes Klettergerüst mit Rutsche im Sandbereich für die Kinder von 3 - 6 Jahren und der Bolzplatz, der einfach ideal ist, um das Dreirad- oder Rollerfahren zu lernen oder um Fußball zu spielen. Zwischen diesen Spielbereichen befinden sich die Terrassen der Gruppenformen II, welche z.B. für das Bobbycarfahren, Wasserspiele und anderen altersgerechten Angeboten genutzt wird. Personal Nach §19 KiBiz orientiert sich der Personaleinsatz in unserer Kita an den vorhandenen Gruppenformen. Weiteres Personal wird aufgrund weiterer finanzieller Mittel durch z.B. Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf eingesetzt. Die pädagogischen Fachkräfte in der städt. Kita Haus der Jugend sind staatlich anerkannte Erzieher/innen. Die Erzieher/innen begleiten in jedem Kindergartenjahr verschiedene Praktikantinnen und Praktikanten im Rahmen ihrer Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher/in. Des Weiteren arbeiten in unserer Kita eine Küchenkraft, ein Hausmeister (12 Std. pro Woche), evtl. eine/ein Bundesfreiwilligendienstleistende/er, ein/e Freiwilliges-Soziales-Jahr-Leistender/e, ein/e Fachoberschulpraktikant/in sowie verschiedene Schülerpraktikanten/innen. Leitgedanken und Haltung der pädagogischen Fachkräfte Die Achtung der Kinderrechte und die Sicherung des Kinderschutzes gehören zur Basis des pädagogischen Handelns in den städtischen Kindertageseinrichtungen. Die Haltung dem Kind gegenüber ist geprägt von Achtung und Respekt, einer anerkennenden, wertschätzenden Zuwendung und einer dialogischen Beziehungsgestaltung. Im Vordergrund steht hier die Schaffung einer vertrauensvollen Erzieher-Kind-Beziehung, die den Kindern Sicherheit gibt, angstfrei über ihre Gefühle, Wünsche und Beschwerden zu sprechen. Durch eine feinfühlige Beobachtung und im zugewandten, offenen Dialog werden die Bedürfnisse und Beschwerden der Kinder von der pädagogischen Fachkraft wahrgenommen und ernsthaft darauf reagiert. Im Weiteren geht es darum, partizipatorisch mit allen Beteiligten verbindliche Lösungen und Strategien zu entwickeln oder Kompromisse auszuhandeln. Die pädagogischen Fachkräfte sind sich ihrer Verantwortung als Vorbilder bewusst und gehen mit Fehlern und Kritik konstruktiv um. Qualitätssicherung/Qualitätsentwicklung Die Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung ist den städtischen Kindertagesstätten immer ein wichtiges Anliegen gewesen. Bereits im Jahr 1999 wurde die Notwendigkeit gesehen, sich intensiv mit der Qualität der eigenen pädagogischen Arbeit auseinander zu setzen und einen QE-Prozess zu starten. In Folge verpflichtete das Sozialgesetzbuch VIII in der Fassung des Bundeskinderschutz-gesetzes vom 22.12.2011 und das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) NRW in der Fassung vom 01.08.2014, die Träger der öffentlichen Jugendhilfe dazu, Grundsätze und Maßstäbe für die Bewertung der Qualität sowie geeignete Maßnahmen zu ihrer Gewährleistung weiter zu entwickeln, anzuwenden und regelmäßig zu überprüfen. Im Rahmen der Leitungskonferenzen der städtischen Kindertageseinrichtungen sowie in den Teambesprechungen der einzelnen Kitas wird das Thema QE weiterverfolgt und umgesetzt. Durch den klaren gesetzlichen Auftrag im KiBiz (s.o.) und einer in Aussicht gestellten Qualitätsoffensive im Bereich der Kindertageseinrichtungen ist eine lebendige Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Thema auf vielen verschiedenen Ebenen entstanden. Niederschlag findet dies in unterschiedlichsten Handlungskonzepten, Arbeitshilfen und fachlichen Diskursen. Die städtischen Kindertageseinrichtungen werden gemeinsam mit dem Träger die jeweiligen Entwicklungen kontinuierlich verfolgen und den eigenen Qualitätsentwicklungsprozess verantwortungsbewusst weiter vorantreiben. Im Vordergrund steht eine prozesshafte Vorgehensweise, welche Qualitätskriterien und Handlungsleitlinien entwickelt, die praxisnah, messbar und überprüfbar sind Der Qualitätsentwicklungsprozess der städtischen Kindertagesstätten beinhaltet wichtige Schwerpunkte und ist durch die Unterstützung der pädagogischen Fachberatung gesichert. Der regelmäßige Austausch und die fachliche Reflexion der pädagogischen Arbeit finden in den Einrichtungen im Rahmen von wöchentlichen Teamsitzungen, auf regelmäßigen Klausur- und Konzeptionstagen sowie bei Arbeitsgruppen- und Kita-Treffen im Kreis der gesamten pädagogischen Fachkräfte statt. Pädagogische aber auch strukturelle Themen werden diskutiert und weiterentwickelt. Des Weiteren werden die Leitungen und pädagogischen Fachkräfte der städtischen Kindertageseinrichtungen durch Trägerfortbildungen und internen Fachtagen, Weiterbildungen externer Anbieter, Klausurtagen und der Bereitstellung von Fachliteratur qualifiziert. Im Rahmen von Konzeptionstagen in den einzelnen Kindertagesstätten setzten sich die Teams fortführend mit den Themen auseinander und entwickeln einrichtungsspezifische Konzeptionen für die praktische Umsetzung. Regelmäßige Reflexionsrunden sichern die Umsetzung, die Weiterentwicklung der Konzeption und geben allen pädagogischen Fachkräften Handlungssicherheit. In regelmäßigen Abständen werden Handlungsansätze evaluiert und veränderten Situationen und Bedingungen angepasst. Die Stadt Lüdenscheid erwartet eine hohe pädagogisch-soziale Kompetenz ihrer pädagogischen Fachkräfte, so dass bei Neueinstellungen klare Qualitätsstandards gesetzt werden. Zur Qualitätssicherung der Arbeit hat der Rat der Stadt Lüdenscheid den Beschluss gefasst, ausschließlich ausgebildete pädagogische Fachkräfte in den städt. Kindertages-einrichtungen einzusetzen und diese durch Fort- und Weiterbildungen fortlaufend zu qualifizieren. Beschwerdeverfahren für Kinder - warum? Kinder, die sich selbstbewusst für ihre Rechte und Bedürfnisse einsetzen, sich wertgeschätzt und Selbstwirksam fühlen, sind besser vor Gefährdungen geschützt. Damit ist die Entwicklung von Beschwerdemöglichkeiten ein wichtiger Beitrag zur Gewaltprävention und zum Schutz jedes Kindes. Diesen Gedanken greift das Bundeskinderschutzgesetz auf. Es gibt vor, dass Kindern in Kindertageseinrichtungen neben dem Beteiligungsrecht auch ein Beschwerderecht einzuräumen ist. Jedes Kind hat demnach das Recht, eine Beschwerde zu äußern, und Anspruch darauf, dass diese Beschwerde gehört und adäquat behandelt wird. Dieses gesetzlich geforderte Beschwerderecht für Kinder im Alltag der Kita umzusetzen, stellt die pädagogischen Fachkräfte vor neue Herausforderungen. Diesen werden wir uns als Team im Jahr 2023 stellen, daran arbeiten und das Beschwerdeverfahren in unsere Konzeption implementieren. Kinderschutz Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefahren für ihr Wohl ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, des Staates sowie der Zivilgesellschaft. Unter dem Begriff Kinderschutz werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die darauf zielen, Teilhabe von Kindern in der Gesellschaft sicher zu stellen, Eltern bei der Erziehung zu fördern und zu unterstützen, mögliche Gefährdungen für das Wohl des Kindes fernzuhalten. Die Kindertageseinrichtungen stellen sich in besonderem Maße der Verantwortung für den Schutz der ihnen anvertrauten Kinder Sorge zu tragen und für alle Beteiligten - Kinder, Eltern und Mitarbeiter - einen sicheren Ort zu schaffen. Das Leitbild der städt. Kindertageseinrichtungen orientiert sich am Vorrang des Kindeswohls und der UN- Kinderrechtskonventionen, Die Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte der Kinder, insbesondere das Recht auf Bildung, Spiel, Partizipation, sowie der Gesundheitsvorsorge und der Schutz vor Gefahren bilden die Basis der täglichen Arbeit. Mit der Umsetzung des Kinderschutzkonzeptes in der Einrichtung leisten die Mitarbeiter/innen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Rechte jedes Kindes auf Entwicklung und Entfaltung seiner Persönlichkeit, auf eien gewaltfreie Erziehung und den besonderen Schutz vor Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung. Der Kinderschutz stellt sich auf vier Säulen. Diese betreffen die Prävention, die Mitwirkung im Verfahren der Kindeswohlgefährdung nach §8a SGB VIII, der strukturellen Gewährleistung des Kindeswohls durch Vorgaben und der Meldepflichten nach §47 SGB VIII. Der Bildungsauftrag im Allgemeinen Pädagogische Grundlagen und Ziele Wir orientieren uns an den Bildungsgrundsätzen des Landes Nordrhein-Westfalen Im Blickpunkt steht dabei, wie das Kind in der aktiven Auseinandersetzung mit seiner Umgebung auf der Grundlage seiner bisherigen Lebenserfahrung in seinen (Selbst-) Bildungsprozessen von Erwachsenen begleitet und unterstützt werden kann. Diese Bildungsprozesse entstehen auf der Grundlage von Selbstbildungspotentialen, die jedes Kind von Geburt an mitbringt, in interaktiven Beziehungen und Situationen. Im sozialen Austausch und in konkreten Lebenssituationen entwickeln und differenzieren sich diese weiter. Somit kommt der Familie als erstem sozialem Kontext eine fundamentale Rolle für die frühkindlichen Lern- und Bildungsprozesse zu. Die Kindertageseinrichtung (Kita) ist ein außerfamiliärer Lebensraum, der die frühkindliche Bildung in der Familie ergänzt und unterstützt. Ziel der Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit in der Kita ist, das Kind in der Entwicklung seiner Persönlichkeit individuell, ganzheitlich und ressourcenorientiert herauszufordern und zu fördern. Unser „Bild vom Kind“ – was wir denken, wie Kinder sind und was sie für ihre Entwicklung brauchen- beeinflusst wesentlich unser pädagogisches Denken und Handeln. Die Kinder sind von Natur aus Entdecker, Erfinder und Forscher, die sich aktiv und kreativ mit ihrer Umwelt auseinander setzen. Schon von Geburt an beobachten und analysieren sie sehr genau. Ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen sind die Grundlage für ihr Verständnis von ihrer Umwelt und von sich selbst. Neugierig und engagiert verfolgen sie ihre Interessen und entwickeln dabei immer komplexere und wirkungsvollere kognitive Strategien und Kompetenzen. Kinder können und wollen Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen (Selbstbildung). Das „Aneignen von Welt“ ist eine Aktivität der Kinder, die niemand für sie übernehmen kann. Aus eigenem Antrieb heraus will das Kind die Dinge, dies umgibt, verstehen und Neues dazulernen. In keiner anderen Phase des Lebens lernt der Mensch so schnell und ausdauernd und gleichzeitig so mühelos, wie in den ersten Lebensjahren. Um die Bildungsprozesse in ihren thematischen, inhaltlichen Schwerpunkten und Ausprägungen darzustellen, wurden sie in den Bildungsgrundsätzen des Landes Nordrhein-Westfalen in zehn Bildungsbereiche gegliedert. 1. Bewegung 2. Körper, Gesundheit und Ernährung 3. Sprache und Kommunikation 4. Soziale und (inter-)kulturelle Bildung 5. Musisch-ästhetische Bildung 6. Religion und Ethik 7. Mathematische Bildung 8. Naturwissenschaftlich-technische Bildung 9. Ökologische Bildung 10. Medien Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese sich lediglich gedanklich voneinander abgrenzen lassen, sich in der Praxis aber notwendigerweise vielfach überschneiden. Grundlage für die verschiedenen Bildungsprozesse ist das Aneignen der Basis-kompetenzen (Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz). Das Kind ist mit entsprechender Unterstützung vom ersten Tag seines Lebens an in der Lage, sich diese anzueignen. Unsere pädagogischen Schwerpunkte unterstützen die Kinder bei der Aneignung ihrer Basiskompetenzen und bieten ihnen zahlreiche Erfahrungsmöglichkeiten in den zehn Bildungsbereichen. Pädagogische Schwerpunkte Eingewöhnungsphase für die Kinder unter 3 Jahren unter Berücksichtigung des "Berliner Modells" Die Eingewöhnung der Kinder gestaltet sich individuell. Ihr Kind soll in den ersten Tagen von einer ihm vertrauten Bezugsperson begleitet werden. Damit Ihr Kind eine Bindung zur Erzieherin aufbauen kann, sollte die Bezugsperson anfangs den Kontakt vermitteln und sich dann nach und nach zurückziehen. Bei diesen ersten Besuchen in der Kita lernen sich die Eltern, dass Kind und die Erzieherin besser kennen. Die Kinder fühlen sich wohler in einer Umgebung, die auch von den Eltern / Bezugsperson geschätzt wird. Ihr Kind erfährt bei diesen Besuchen, dass hier eine neue Person ist, • die mit mir spielt und lacht • die Zeit für mich hat • mich in den Arm nimmt • mich versorgt und fürsorglich ist. In der Eingewöhnungsphase nähert sich die Erzieherin langsam dem Kind, drängt sich aber nicht auf und übt keinen Druck auf. Diese Annäherung wird in den darauf folgenden Tagen immer intensiver stattfinden, bis sich Ihr Kind an die neue Situation gewöhnt hat und bereit ist, sich der Erzieherin anzuvertrauen. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, daher werden die Besuchs- und Eingewöhnungstermine individuell abgesprochen. Erst wenn Ihr Kind eine Bindung zu uns aufgebaut hat, wird die erste Trennung vom Elternteil / von der Bezugsperson stattfinden. Die erste Trennung wird sehr kurz sein und bei weiteren Besuchen verlängert. Dabei ist es wichtig, dass Sie Ihrem Kind "Tschüss" sagen, auch wenn Ihr Kind erst traurig reagiert. Ihr Kind lernt so, Mama / Papa verabschieden sich, gehen, aber kommen immer wieder zurück und holen mich ab. Es ist sehr wichtig, dass Sie für uns telefonisch erreichbar sind. In der Eingewöhnungsphase ist es wichtig, dass Sie viel Geduld, Zeit und Verständnis mitbringen, damit Sie und Ihr Kind sich auf die neue Lebenssituation einstellen und Vertrauen entwickeln können. Partizipation Ihre Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages in der Kindertagesstätte. Es ist uns wichtig, den Alltag und das Zusammenleben gemeinsam mit den Kindern zu gestalten. Partizipation (= Teilhabe und Beteiligung) basiert auf Demokratie, deren drei Grundwerte Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität sind. Partizipation ist ein wesentliches Element demokratischer Lebensweise und bedeutet für uns, Kinder in möglichst viele Entscheidungsprozesse, die ihre Person betreffen, einzubeziehen und sie an vielem, was das alltägliche Zusammenleben betrifft, zu beteiligen. Kinder teilhaben zu lassen bedeutet aber nicht, dass Kinder alles dürfen! Es geht um das Recht der Kinder ihre Meinung frei zu äußern und dass diese Meinung angemessen, ihrem Alter und ihrer Reife entsprechend berücksichtigt wird. Partizipation findet ihre Grenzen dort, wo das körperliche oder seelische Wohl des Kindes gefährdet wird. Partizipation als fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit setzt eine bestimmte Haltung / Einstellung der Erzieherinnen den Kindern gegenüber voraus: o Wir sehen Kinder als kompetente kleine Menschen, die in der Lage sind ihren Alltag altersentsprechend mit zu gestalten. o Wir trauen Kindern etwas zu, nehmen sie ernst und begegnen ihnen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung. o Demokratie wird in unserer Kita für die Kinder erleb- und begreifbar. Kinder lernen anderen Menschen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung zu begegnen, wenn sie dies selbst erfahren und erleben. o Wir versuchen mit unserem Handeln den Kindern ein Vorbild zu sein. o Wir ermöglichen den Kindern die Erfahrung, dass sie ihre Meinung frei äußern können und dass ihre Meinung wichtig ist. o Entscheidungen, z.B. ob oder auch was im Stuhlkreis gespielt wird, treffen wir gemeinsam. Bei Abstimmungen zählt jede Stimme gleich viel. o Die Kinder werden von uns ermutigt, ihre Bedürfnisse in Worte zu fassen, z.B. indem wir den Kindern Fragen stellen. o Wir möchten Kindern Lösungswege nicht vorwegnehmen oder sie ihnen in den Mund legen. Wir lassen die Kinder nach eigenen Lösungen/ Handlungsmöglichkeiten suchen, begleiten und unterstützen sie dabei. o Wir finden altersgerechte Beteiligungsformen (Stuhlkreis, Abstimmungen, Punkte kleben oder Zuständigkeitslisten) o Wir nehmen Kinder ernst. Indem Kinder von uns ernst genommen werden, mit uns diskutieren, sie Vorschläge machen und Entscheidungen treffen dürfen oder auch Kompromisse mit uns erarbeiten usw. lernen sie viel und machen zahlreiche Erfahrungen: o Sie werden angeregt, sich eine eigene Meinung zu bilden. o Sie lernen Bedürfnisse in Worte zu fassen. o Sie stärken ihr Selbstbewusstsein. o Sie lernen Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung kennen. o Sie lernen Verantwortung z.B. für ihre Entscheidungen zu tragen. o Sie lernen andere Meinungen, Standpunkte zu tolerieren und Kompromisse einzugehen. o Sie erfahren, dass Engagement etwas bewirken kann. o Sie lernen sich mit ihrer Umwelt kritisch auseinander zu setzen. o Sie lernen anderen zu zuhören und andere aussprechen zu lassen. Integrative Bildungs- und Erziehungsarbeit/ Inklusion Kinder mit Behinderungen und Kinder, die von einer Behinderung bedroht sind, sollen nach Möglichkeit gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung gefördert werden. Die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder sind bei der pädagogischen Arbeit zu berücksichtigen. Wir verstehen die integrative Erziehung als umfassende Lernsituation für die Kinder, als einen Lern- und Erfahrungsraum, der kein Kind ausschließt. Die Angebote werden so strukturiert, dass nicht alle Kinder dasselbe tun oder können müssen. Die Kinder können entsprechend ihrer Möglichkeit teilnehmen; Angebote sowie Materialauswahl ermöglichen selbstständige Aktivitäten der Kinder. Innerhalb der Gruppe stellt sich die Förderung nicht als Therapie dar, sondern sie unterstützt durch die pädagogischen Maßnahmen verschiedener Art die Entwicklung. Jedes Kind wird in seiner Individualität und Selbstständigkeit mit dem Ziel gefördert, seine Persönlichkeit in die Gruppe einbringen zu können und die Gruppe mit zu strukturieren. Durch die gemeinsame Erziehung bekommen alle Kinder vielfältige Entwicklungsanreize und können im Zusammenleben Unterschiede und Ähnlichkeiten erleben, wodurch sich eine Atmosphäre sozialer Toleranz entwickelt, die jedem Kind ungeachtet seiner Fähigkeiten ein positives Selbstwertgefühl vermittelt. Sprachförderung (SPFÖ) Sprachförderung ist ein allgegenwärtiger Teil des Alltags im Kindergarten. Beim Sprechen, Singen, Turnen, Basteln, Experimentieren oder beim Betrachten eines Bilderbuches - immer geht es auch um Sprache. Gezielt unterstützen wir die Sprachentwicklung Ihres Kindes nach dem Prinzip der "Language Route". Hierbei handelt es sich um ein ganzheitliches Sprachförderprogramm, das alle Bereiche des kindlichen Lernens anspricht. Das Ziel der "Language Route" ist der Spracherwerb durch Interaktion. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel Alltagssituationen in der Kita kreativ und flexibel in Sprachförderhandlungen einzubinden. Ein Schwerpunkt bildet die interaktive Bilderbuchbetrachtung, in der den Kindern die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar und erlebbar präsentiert wird. Dieses geschieht durch das Bereitstellen der Hauptgegenstände und -darstellern aus den Geschichten o der Wortschatz erweitert und gefestigt o die Kommunikationsfreude und Sprachfreude weiter entwickelt und gefördert o die Artikulation und die Aussprache verbessert Die Sprachförderung geschieht ganzheitlich, d.h. es werden alle Sinne und die Bewegung mit einbezogen. Bücher sind wichtige Bestandteile beim Spracherwerb. Deswegen können sich die Kinder jeden Freitag in unserer Bücherei ein Buch ausleihen, welches dann für eine Woche mit nach Hause genommen werden darf. Ihr Kind findet hier Bilderbücher, Vorlesebücher und Sachbücher. Erlernt Ihr Kind Deutsch als Zweitsprache, können Sie es in seiner Entwicklung unterstützen, indem Sie dafür sorgen, dass ein umfassender Erwerb der Muttersprache / Familiensprache sichergestellt ist. Nehmen Sie sich die Zeit, viel mit Ihrem Kind zu sprechen, ihm zuzuhören, ihm vorzulesen oder auch mal gemeinsam ein Lied zu singen. Für die Chancengleichheit spielt der Erwerb der Zweitsprache Deutsch eine entscheidende Rolle. Mit ihr wird nicht nur die Integration gefördert, sondern auch die Möglichkeiten Ihres Kindes auf Bildung und auf berufliche Perspektiven deutlich verbessert. Portfolio Das Portfolio ist eine Zusammenstellung von Dokumenten und Materialien, die im Laufe der Zeit verschiedene Aspekte der Entfaltung und Entwicklung eines Kindes aufzeigen. Kinder im Kindergarten befinden sich auf ganz unterschiedlichen Lernniveaus. Mithilfe von Portfolios wird auf das individuelle Lernen des Kindes Rücksicht genommen, der Weg zur Zielerreichung und das Ziel selbst dokumentiert und die Lernfortschritte reflektiert. Das Dokumentieren und Präsentieren der persönlichen Entwicklungsgeschichte im Portfolio ermöglicht positive Erinnerung an das Lernen im Kindergarten, zeigt in anschaulicher Weise die Entwicklung und das Wachstum des Kindes und ist "Ansporn" für zukünftiges Lernen in der Schule bis ins Erwachsenenalter. Die Beschäftigung mit dem einzelnen Kind führt zu einer Individualisierung des Lernens, indem die persönlichen Interessen und Fähigkeiten des Kindergartenkindes besser erkannt und gefordert werden. Es bietet der Erzieherin die Möglichkeit, den Lernfortschritt, die Bemühungen und Leistungen des einzelnen Kindes zu dokumentieren und dementsprechend zu fördern. Die Arbeit mit Portfolios bedeutet eine Form des entdeckenden Lernens und die Sicht auf Lerninhalte aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven. Schon früh können hier Ansätze der Reflexion und der eigenen Selbsteinschätzung ausgebildet und erweitert werden, wodurch bereits junge Kinder durch die Portfolioarbeit sehr früh beginnen, über ihre eigenen Arbeiten nachzudenken und diese selbst zu bewerten. Ernährung Heutzutage haben Erwachsene es schon recht schwer sich und ihre Kinder gesund und lecker zu ernähren. Nicht ein Mangel an Nahrungsmitteln, sondern ein unüberschaubares Angebot in den Regalen der Supermärkte ist das Problem. Das Geschäft mit den speziellen Kinderlebensmitteln „boomt". Neben den bunt verpackten, mit Schnickschnack lockenden Kinderprodukten haben Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch, Obst oder Gemüse kaum Chancen gekauft zu werden. Ernährungsgewohnheiten werden schon sehr früh erlernt und gehören zu unseren beständigsten Verhaltensmustern - egal, ob sie richtig oder falsch sind. Entwickelt werden sie vorwiegend in der Familie, im Kindergarten kommen neue Einflüsse hinzu. In der Frühstückszeit entwickelt das Kind zunehmend mehr Selbstständigkeit und erlebt Selbstwirksamkeit: o ich kann essen, wenn ich Hunger habe, o ich entscheide, was und wie viel ich esse, o ich kann probieren, was ich noch nicht kenne, o gemeinsam mit Freunden zu essen macht Spaß. Die Mittagsverpflegung wird in unserer Einrichtung jeden Tag frisch zubereitet. Es wird nur Rind- oder Hühnerfleisch sowie Fisch verarbeitet, es gibt viel Salat und Gemüse und es wird mit frischen Kräutern gewürzt. Frisch zubereitete Speisen sind für uns eine wesentliche Grundlage für eine gute Versorgung der Kinder. Die Kinder sollen sehen, erkennen und auch riechen, was es zum Mittagessen gibt. Als Zwischenmahlzeit wird den Kindern jeden Tag frisches Obst/Gemüse angeboten. Vorschulerziehung Ein Jahr vor Schuleintritt findet die gezielte Förderung zur Schulvorbereitung der Kinder statt. Die Schulvorbereitung soll Kinder aktiv und bewusst anregen und lernen Verständnis und Akzeptanz gegenüber den demokratischen Werten unserer Gesellschaft zu entwickeln. Bildungsbereiche - Projekte Natur - kulturelle Umwelt / Ökologie Naturwissenschaftliche Experimente Mathematisches Grundverständnis Sicherheit und Verkehr Brandschutz Die Vorschulprojekte finden in der Regel vormittags statt und werden mit Exkursionen / Ausflügen (wie z.B. Waldtage, Besuch der Feuerwehr und der Polizeiwache, Besuch der Phänomenta, Bäckerei, Kulturhaus, etc.) ergänzt. Ausführliche Informationen und Auskünfte erhalten Sie vor Beginn der einzelnen Projekte nochmals schriftlich. Sie haben aber auch dann noch die Möglichkeit, die zuständigen Erzieherinnen direkt anzusprechen. In diesem letzten Jahr wollen wir die Kinder verstärkt zu mehr Eigenverantwortlichkeit und selbstständigem Arbeiten befähigen. Jedes Vorschulkind erhält von uns verschiedene Arbeitsblätter für seine Vorschulmappe zu den Bereichen: o logische Zusammenhänge o Formen und Farben o Zahlen und Mengen o Buchstaben o Übungen für die Feinmotorik Unsere ABC-Kinder erhalten nicht nur zahlreiche Möglichkeiten neuer Lernerfahrungen sondern kommen auch in den Genuss besonderer Ausflüge und Veranstaltungen, z.B. eine Übernachtung mit Partymotto in der Kita, ein Ausflug zum Zoo, eine kleine Abschiedsfeier. Zusammenarbeit mit ElternAngebote für die Eltern o Elternbücherei, die Eltern haben jeden Tag die Möglichkeit sich ein Buch, ein Lied etc. anzuschauen oder auszuleihen. o Elternsprechtage oder Gespräche nach Vereinbarung o Informationstage (z.B. Verkehrssicherheit, Zahnprophylaxe) o Eltern – Kind – Aktionen (Spiel- und Bastelnachmittage) o Mitarbeit im Elternbeirat Elternmitwirkung in Gremien der Kindertageseinrichtung Für eine gelingende Unterstützung der Kinder in Bezug auf Bildung und Förderung ihrer Persönlichkeit ist eine gute Zusammenarbeit von Eltern, pädagogischen Fachkräften und Träger in der Kindertageseinrichtung sehr hilfreich/unerlässlich. Es gibt grundsätzlich drei formale Gremien, die darauf angelegt sind, diese Zusammenarbeit zu fördern. Konkret sind es die „Elternversammlung“, der „Elternbeirat“ und der „Rat der Kindertageseinrichtung“. Die Elternversammlung besteht aus allen Eltern der Kinder, die die jeweilige Kindertageseinrichtung besuchen. Aus ihrer Mitte werden Elternvertreter als Mitglieder in den Elternbeirat gewählt. Dieser vertritt die Interessen der Elternschaft gegenüber der Kita-Leitung und dem Träger. Er ist rechtzeitig über wesentliche Entscheidungen in Bezug auf die Einrichtung zu informieren. Das betrifft vor allem Veränderungen in der pädagogischen Konzeption, aber auch über die grundlegende räumliche, sachliche und personelle Situation der Einrichtung. Nicht zuletzt sind auch organisatorische Belange wie Hausordnung oder Öffnungszeiten mit einbezogen. Der Rat der Kindertageseinrichtung besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Trägers, des Personals der Kita und des Elternbeirates. Seine Aufgaben bestehen im Wesentlichen im gegenseitigen Austausch zu Grundsätzen der Erziehungs- und Bildungsarbeit, zu räumlichen, sachlichen und personellen Rahmenbedingungen, aber auch zur Nachvollziehbarkeit des Aufnahmeverfahrens von Kindern in die Kita. Neben der Mitwirkung in der eigenen Kindertageseinrichtung besteht für die Elternbeiräte darüber hinaus auch noch die Möglichkeit, sich durch einen Vertreter auf der Ebene des „Jugendamtselternbeirates“ einzubringen. Der Jugendamtselternbeirat ist ein Gremium für die ganze Stadt Lüdenscheid und hat das Ziel, die Elterninteressen gegenüber allen Trägern der Jugendhilfe (also z.B. Jugendamt, Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Elterninitiativen, usw.) zu vertreten. Das bedeutet, dass in diesem Gremium nur Themen angesprochen werden, die gesamtstädtisch von Bedeutung sind. Angelegenheiten, die einzelne Kindertageseinrichtungen oder einzelne Eltern betreffen bleiben hier außen vor Kooperation und Vernetzung Durch die räumliche Anbindung an die offene Kinder- und Jugendarbeit im angrenzenden Altbau Haus der Jugend ergibt sich ein stadtteilorientiertes Miteinander. Gemeinsames Gestalten von Festen und Aktionen sind eine Form der Zusammenarbeit. Da wir in unserer Kita keinen Hort für die Betreuung der Schulkinder haben, weisen wir die Eltern auf die Betreuung und Freizeitgestaltung im Kinder- und Teenietreff Haus der Jugend hin. Gerade von Kindern aus dem Wohngebiet wird dieses Angebot gut angenommen. Des Weiteren arbeitet die Kita Haus der Jugend mit dem Jugendamt der Stadt Lüdenscheid, sowie Kinderärzten, Frühförderstellen, Logopäden und Schulen zusammen.
Stadtzentrale Lage mit guter Busanbindung durch das nahe Sauerfeld